Polizeieinsatz in alter Pauline!
Am vergangenem Freitag hat in Detmold die Trauerfeier für den in Afghanistan getöteten Soldaten Alexej K. stattgefunden.
Nach einigen Tagen in denen ich viel über die Ereignisse nachgedacht habe, möchte ich von meinen Erlebnissen berichten.
Unter einem großen Sicherheitsaufgebot von Polizeit und Militär, haben u.A. auch der Verteidigungsminister Thoman de Maiziere und Aussenminister Guido Westerwelle an der Trauerfeier in der katholischen Heilig Kreuz Kirche teilgenommen.
Die Zufahrtswege zur Kirche und zum Schubertplatz waren großräumig gesperrt und nachdem ich einmal von der Polizei kontrolliert wurde (ich sah wohl, warum auch immer, sehr bedrohlich aus), kam ich um 14: 05 Uhr an der alten Pauline an, wo ich mich mit einem Freund treffen wollte. Auf der höhe der Druckerei, also dem Nachbargebäude, hörte ich, dass aus den Räumen der Paule Musik zu hören war. Die Musik – das spielt nachfolgend eine Rolle- hörte ich erst, als ich auf der Höhe der Druckerei war.
Auf dem Gelände der alten Pauline waren zu diesem Zeitpunkt bereits ca. 15 (Zivil-) Polizisten. Die Stimmung bei den Polizisten war, um es vorsichtig zu sagen, etwas gereizt. Ich fragte einen Polizisten was der Beweggrund für diese Aktion sei und er antwortete, dass mich dies nichts angehe und fragte mich auf eine unhöfliche Weise was ich hier zu suchen habe. Ich erklärte ihm die Lage.
Zwischendurch waren immer wieder Kommentare wie “Lasst und doch einfach die Anlage aus dem Fenster reißen…” “Warum räuchern wir die Zecken nicht einfach aus” oder auch “undankbares Pack” zu hören. Nach kurzer Zeit wurde ich angewiesen das Gelände zu verlassen. Ich begab mich also auf den Bürgersteig vor der alten Pauline. Kurz danach kam Landrat Heuwinkel an und unterhielt sich mit einer Gruppe von Polizisten. Ihm war die Freude an dieser Situation regelrecht anzusehen.Was genau besprochen wurde konnte ich nicht hören, jedoch kam danach die Anordnung, dass die Tür aufgebrochen werden soll. Zwei Zivilpolizisten gingen zu einem Auto und holten aus dem Kofferraum zwei Brechstangen und gingen dann zurück auf das Gelände der alten Pauline. Zu diesem Zeitpunkt (14:20 Uhr) war schon keine Musik mehr zu hören.
Um ca. 14:25 wurde die Tür aufgebrochen und kurze Zeit später war aus den oberen Etagen der Pauline lautes Gebrüll zu hören. Was und von wem konnte ich nicht verstehen.
Zwischen 14:35 Uhr und 14:45 Uhr wurden die handvoll Menschen die sich in der Pauline befanden mit Handschellen abgeführt und im Anschluss über das Gelände des Gerichts abtransportiert.
Ich unterhielt mich zu dieser Zeit mit einem Mann, der Fotos von dieser Situation gemacht hat und konnte daher nicht sehen, dass die Menschen bereits abgeführt wurden.
Um 15 Uhr wurde das zerstörte Türschloss ausgetauscht und die Pauline “bis auf weiteres geschlossen”. Während der ganzen Zeit waren Soldaten auf dem Gelände -welches an sich schon eine starke Provokation ist.
Auf Nachfrage, wo sich die Menschen befinden, die in der alten Pauline waren, sagte mir ein Polizist, dass sie an einem sicheren Ort seien.
Die besagten Menschen wurden nach Bad Salzuflen gebracht und dort für mehrere Stunden eingesperrt – ohne das sie wussten was ihnen vorgeworfen wurde und ohne das ihnen ihre Rechte verlesen wurden.
Am Abend erfuhr ich, dass ein Zivil-Polizist einen Menschen mit einer Brechstange bedrohte und Pfefferspray gegen ihn einsetzte, ohne das dieser Widerstand gegen seine Festnahme leistete!
Auf ihr Recht zu telefonieren, mussten diese mehrere Stunden warten.
Die LZ schreibt in ihrem Artikel : “…weil aus der Nachbarschaft lautstarke Musik ertönte, die die Trauerfeier erheblich gestört hatte, berichtet die Polizei.”
Wie ich bereits oben geschrieben habe, war die Musik nicht laut genug, damit sie die Trauerfeier hätte stören können. Des Weiteren haben die Menschen freiwillig die Musik um ca. 14: 20 Uhr abgestellt.
Am Donnerstag und auch nach der Aktion, haben mir die betreffenden Personen versichtert, dass sie diese die Trauerfeier nicht aktiv stören werden/wollten.
Ihr Anliegen war es, sich gegen diese politische Inzenierung und Kriegspropaganda zu wehren und sich gegen einen propagierten Heldenmythos auszusprechen!
Die Familie des getöteten Soldaten hat ihren Sohn und Bruder verloren. Ein Verlust den ich mir nicht vorzustellen vermag. Ich -und auch die Menschen in der alten Pauline- trauern mit jedem Menschen der einen Lieben verloren hat, auch und ganz besonders, wenn dieses durch einen Krieg passiert. Jede_r hat das Recht zu trauern, aber die Politik und die Bundeswehr haben nicht das Recht, diese Trauer politisch zu nutzen, um der Bevölkerung zu suggerieren, dass der Krieg in dem “unsere Sicherheit am Hindukusch verteidigt wird” richtig und wichtig sei und das die Bundeswehr an noch mehr Auslandseinsätzen teilnehmen müsse.
Denn es bleibt dabei und muss immer wieder gesagt werden: Krieg darf niemals ein Mittel der Politik sein!
Pauline muss weg…
Das doch ein fake…